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Nicht dumm machen lassen!

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen. Theodor Adorno

Afrikanische Union fordert erneut Ende der Blockade gegen Kuba

Die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) haben auf ihrem 39. Gipfeltreffen am vergangenen Wochenende gefordert, dass die USA die Zwangsmaßnahmen gegen Kuba beenden. Dies geht aus Informationen von telesur und des kubanischen Außenministeriums hervor. Es ist bereits das 17. Mal, dass die afrikanischen Staats- und Regierungschefs das Ende der Blockade der Karibikinsel verlangen. amerika21

USA bombardieren erneut Schiff in der Karibik

Die USA haben am Freitag erneut ein Boot im Karibischen Meer versenkt und dabei drei Menschen getötet. Der Angriff habe vor der Küste Venezuelas stattgefunden, gab das Südkommando der US-Streitkräfte bekannt.

Die Einsätze werden immer wieder als extralegale Hinrichtungen kritisiert. Die Tötungen erfolgen jeweils ohne Vorwarnung und ohne dass die Opfer eine Möglichkeit haben, sich zu ergeben. Zudem wurde bisher in keinem einzigen Fall bekannt, dass die Boote gestellt und auf Drogenladungen untersucht worden wären. Stattdessen werden sie beschossen und mitsamt der Besatzung versenkt. amerika21

"Verstand" vs Völkerecht

US-Präsident Trump sieht Kuba bereits maximal unter Druck. Washington verschärft seit Januar 2025 die Maßnahmen. Trump: "Nur mein Verstand kann mich aufhalten, Völkerrecht brauche ich nicht". Amerika21

Aufruf 70+ 

Gegen Militarisierung und Kriegsdienst!

"Wir sind Kriegs- und Nachkriegskinder des Zweiten Weltkrieges. Wir sind 70 Jahre und älter und viele von uns sind noch durch Trümmerlandschaften gelaufen", "wir sind entsetzt über die Leichtfertigkeit, mit der heute eine beispiellose Aufrüstung betrieben wird und fordern ein Umdenken...."

„Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind! Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden.“

Bertolt Brecht, Das Gedächtnis der Menschheit

Das "Trump-Korollar" zur Monroe-Doktrin

und der Raub an Venezuela. Lateinamerika in der neuen US-Sicherheitsstrategie. Amerika21

Gigantisches Internierungslager

Mit einer Hungerblockade will Israel Gaza ethnisch säubern. Die Hilfsorganisation Palestinian Medical Relief Society schlägt Alarm - Von Raul Zelik

Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg

Unterschriftenaktion: Wir fordern unsere Gewerkschaften und ihre Vorstände auf, den Beschlüssen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden! Die Gewerkschaften müssen sich laut und entschieden zu Wort melden und ihre Kraft wirksam machen: gegen Kriege und gegen Aufrüstung!

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Marine Le Pen: Träume von Martin Luther King

07.04.2025

Entzug der Wählbarkeit Le Pens: Großkundgebung der extremen Rechten und Gegendemonstrationen. RN-Redner spricht von "politischer Verfolgung". Bericht aus Paris.

"Schmutzige Hände", "Ganoven", "Betrüger" und "Gib das Geld zurück" haben unbekannte Hände mit Schablonen entlang dem Boulevard des Invalides – vorbei am Invalidendom, dem Grabmal Napoléon des I. – auf die Trottoirs gesprüht.

Die Nachricht richtete sich offensichtlich an das Publikum, das an diesem sonnigen Sonntagnachmittag in Paris zu Tausenden zur Kundgebung der extremen Rechten strömte, durch langwierige Taschenkontrollen an den Eingängen hindurch.

Gegen 15.15 Uhr eröffnete dort Louis Aliot vom Rassemblement national (RN), der Bürgermeister der einwohnerreichsten rechtsextrem regierten Stadt Frankreichs, Perpignan, den Redner-Reigen.
"Politische Verfolgung durch unsere Gegner"

Als "politische Verfolgung durch unsere Gegner" bezeichnete er das am 31. März in Paris gefällte Urteil gegen 25 Personen, unter ihnen auch Aliot selbst. Ihnen wurde vorgeworfen, insgesamt rund 4,1 Millionen Euro an Mitteln des Europaparlaments auf rechtswidrige Weise zweckentfremdet zu haben, um rein inländische Parteiarbeit zu finanzieren.


Ein Teil ging auch an halb private und halb politische Funktionen: 70.000 Euro (Korrektur: 90000) gingen an den Butler von Jean-Marie Le Pen, den der am 07. Januar dieses Jahres verstorbene Gründer des damaligen Front National (seit 2018 RN) auf seinem Schloss Montretout beschäftigte.

Als "verzweifeltes Manöver der Oligarchie, die sich an ihre Macht klammern will", bezeichnete Aliot dabei das Urteil. Die eigene Partei stehe angeblich für "die Demokratie des Volkes, durch das Volk und für das Volk".
Vergleich mit Martin Luther King

Früher am Tag hatte Marine Le Pen, die frühere Partei- und jetzige Parlamentsfraktionschefin Marine Le Pen sich, in einer Video-Liveschaltung zum Parteitag der regionalrassistischen italienischen Lega von Matteo Salvini, selbst mit Martin Luther King verglichen.

Wie er wolle man einen friedlichen Massenkampf gegen das Unrecht führen. Auch an solch grotesken Vergleichen, die jegliche reale Unterdrückungserfahrung einebnen, erkennt man die extreme Rechte wieder.

Im Verlauf der Woche hatte ihre Partei die nun möglicherweise verhinderte Präsidenschaftskandidatin, welcher eine Umfrage für den Fernsehsender Bfmtv jedoch am Sonntag nach wie vor (je nach Mitbewerber) 31,5 bis 36 Prozent in einem ersten Wahldurchgang voraussagte, auch mit dem in Haft am Polarkreis verstorbenen russischen Oppositionellen Alexander Nawalni sowie dem inhaftierten Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoğlu verglichen.

Nichts weniger als das.
"Den Kopf erhoben und saubere Hände"

Öffentliche Kritik steckte hingegen ein Regionalbeauftragter der Partei in Südwestfrankreich, Jean Philippe Chartier, ein. Er verstieg sich gar zu der Behauptung, die drei Richterinnen am Pariser Gericht hätten eine "Endlösung für Marine Le Pen" beschlossen.

Die "schmutzigen Hände" der unbekannten Sprayer beziehen sich dabei nicht nur auf einen Romantitel von Jean-Paul Sartre, sondern auch auf einen bekannten Slogan von Jean-Marie Le Pen in den frühen 1990er Jahren: "Tête haute et mains propres" (auf Deutsch: Den Kopf erhoben und saubere Hände).

Mittels solcher Parolen hatte die neofaschistische Partei damals versucht, sich als hart auskehrenden Besen gegen die Korruption zu verkaufen – die der Anderen, natürlich.
Unterschlagung von Geldern – Sprachregelung

Die Unterschlagung von Geldern aus dem Europäischen Parlament hat der RN in einer Sprachregelung, die ausnahmslose alle seiner Abgeordneten und sonstigen Vertreter in den TV-Studios in den letzten Tagen unisono wiederholten, als "désaccord administratif" abgetan – als kleinere Meinungsverschiedenheit mit der Verwaltung.

Als weiteres Argument wiederholt der RN, wie auch manche Journalisten (erwartungsgemäß eher aus dem rechtsoffenen Bereich wie in Teilen der Redaktion der Tageszeitung Le Figaro) nun ebenfalls beharrlich, das Urteil sei rechtsstaatswidrig.

Dies deswegen, weil eine sofortige Vollstreckung der Sperre beim passiven Wahlrecht für Marine Le Pen angeordnet wurde – alle übrigen Strafen bleiben bis zur Berufungsinstanz ausgesetzt.

Dies setze Wiederholungsgefahr voraus, doch eine Wiederholung könne es nicht geben, da Marine Le Pen gar nicht mehr im Europaparlament sitze. Gar so eng hatte das Urteil die Begründung aber nicht gefasst: Wer in solcher wie der im Laufe des Verfahrens bewiesenen Weise mit ihr anvertrauten öffentlichen Geldern umgehe, sei für andere höhere Ämter nicht legitimiert, hatte das Gericht befunden.
Gegendemonstration in Paris

Die drei Gerichtsmitglieder, die das Urteil fällten, vor allem die Vorsitzende Richter Bénédicte de Perthuis, wurden im Laufe der Woche persönlich intensiv bedroht und unter Polizeischutz gestellt. Die Partei Marine Le Pens hat sich von solchen Initiativen jedoch distanziert.


Wir danken Bernad Schmid für das Publikationsrecht.
zuerst veröffentlich:
https://www.telepolis.de/features/Marine-Le-Pen-Traeume-von-Martin-Luther-King-10342043.html

 
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Die Militär"operation" (Anführungszeichen von BaSo) der USA in Venezuela und ihre Folgen

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Beim Angriff der Vereinigten Staaten wurden unter anderem 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet, von denen einige im unmittelbaren Schutzring um den Präsidenten Maduro mehr als zwei Stunden Widerstand gegen die Aggressoren leisteten, aber von venezolanischen Militärs keinerlei Unterstützung erhielten. ....Amerika21

Broschüre von IMI

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. in Tübingen hat eine Handlungshilfe für Betriebsräte und gewerkschaftliche Vertrauensleute veröffentlicht:

Albert Einstein

„Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon. Er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich scheint mir der Krieg …“.

Kriegsmüdigkeit

Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein das heißt, müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos… Kriegsmüde hat man immer zu sein, d.h. nicht nachdem, sondern ehe man einen Krieg begonnen hat. Aus Kriegsmüdigkeit werde der Krieg nicht beendet, sondern unterlassen…
Karl Kraus, 1918

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